Letztes Wochenende erfolgte der 1. Durchstich im Gewässervernetzungsprojekt. Die Donau fließt wieder durch die Pritzenau. Ein Meilenstein für die Wachau.
Die Arbeiten auf der LIFE Natur-Baustelle in den Gemeinden Rossatz-Arnsdorf und Dürnstein sind bereits sehr weit fortgeschritten. Große Teile der 3,5 km Neben- und Altarme sind gebaggert. Nach über 100 Jahren fließt wieder Donauwasser durch den neu geschaffenen Nebenarm. „Der ehemalige Altarm Pritzenau ist wieder ganzjährig, auch bei Niederwasser, durchströmt", freuen sich Dipl.-Ing. Helmut Pablé, Geschäftsführer von via donau – Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH und Dr. Hannes Hirtzberger, Vorsitzender des Arbeitskreises Wachau-Regionalentwicklung.
Für die neuen Gewässerabschnitte waren unter anderem auch Schlägerungen des Trassenverlaufes nötig. Über 10.000 LKW-Fuhren Aushubmaterial wurden bewegt, ein Großteil davon im Uferbereich der Donau wieder eingebaut und als Flachufer ausgestaltet. Der monotone Blockwurf am Donaudamm wurde so auf über 500 m Länge mit Feinmaterial überschüttet und mit Schotter bedeckt. Dadurch sind attraktive Donauufer entstanden. Die endgültige Formgebung der Nebenarme und Uferstrukturen wird in jedem Fall der Donau überlassen.
Die Umsetzung
Das Projekt wird in drei Bauphasen realisiert. Die Pritzenau ist mit einer Sohlbreite von 15 m der weitläufigste Nebenarm. Die Baggerarbeiten sind hier abgeschlossen, die Silberseebrücke ist fertig gestellt. Damm und Treppelweg werden gegenüber den „Frauengärten" geöffnet. Eine große trichterförmige Einströmöffnung von über 100 m Breite soll in Zukunft für ausreichende Dotation des Nebenarmes mit Donauwasser sorgen. In der Venediger Au, flussabwärts der Rollfähre St. Lorenz, ist ein weiterer Durchstich geplant. Der Nebenarm durch die Venediger Au hat eine Sohlbreite von 5 m und mündet in den Pritzenauarm. Anzug- und Sportplatzlacke werden oberstromig mit der Pritzenau verbunden. Die Schopperstattlacke wird ein unterstromig angebundener Altarm. Seine Verbindung zur Donau ist auch bereits in Bau und liegt gegenüber von Dürnstein.
Diese Gewässervernetzung soll Vorbildprojekt für die Umsetzung von Natura 2000 in der Wachau sein. Dadurch gewinnt die Fischfauna in zweifacher Hinsicht, bestätigen Gewässerexperten. Gefährdete Donaufische wie Huchen, Nase u.a. finden nun wellenschlaggeschützte Laich- und Rückzugsgebiete im neuen Nebenarm. Die gesamte gewässerbewohnende Tierwelt wie Eisvogel, Flussuferläufer, Biber und viele andere Arten profitieren von den Projektmaßnahmen in der Donauau: Ein großer Erfolg für Mensch und Tier. Gleichzeitig wird die Au als Naherholungsgebiet aufgewertet.
Projekt mit Vorbildwirkung
Dieses größte Teilprojekt von LIFE Natur Wachau wird vom Arbeitskreis Wachau-Regionalentwicklung koordiniert und von der EU, via donau, dem Land Niederösterreich, dem Landesfischereiverband, dem Lebensministerium und dem Arbeitskreis Wachau finanziert. „via donau ist Konsenswerber und Auftraggeber für diese ökologische Vorbild-Baustelle", erklärt Geschäftsführer Dipl.-Ing. Helmut Pablé. „Ein derartiges Großvorhaben kann nur erfolgreich sein, wenn alle betroffenen Grundbesitzer und Gemeinden von Beginn an eingebunden sind." Für Dr. Hannes Hirtzberger, den Vorsitzenden des Arbeitskreises Wachau, „ist es besonders symbolhaft, wenn gerade an der Stelle, wo vor mehr als 30 Jahren ein Kraftwerk die Au zerstört und die Donau auf das Niveau des Hochwassers 2002 gestaut hätte, ein Naturschutzprojekt mit Vorbildwirkung umgesetzt wird".
Weitere Informationen zum LIFE Natur-Projekt Wachau erhalten Sie im Wachaubüro, Schlossgasse 3, 3620 Spitz, Tel. 0664 / 350 26 32, » malicek arbeitskreis-wachau.at,
» www.life-wachau.at.
Links
» LIFE Natur-Projekt Wachau
Bilder
» Durchstich in Rossatz-Rührsdorf (JPG)
» Einströmöffnung (JPG)
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