Wir können es uns nicht leisten, dieses Potential nur unzureichend zu nutzen
"Die Einheit Europas war ein Traum Weniger. Sie wurde die Hoffnung für Viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für alle." - hat Konrad Adenauer einst gesagt - mit diesen Worten eröffnete Verkehrsstaatssekretär Mag. Helmut Kukacka sein Referat beim Wasserstraßentag des Österreichischen Wasserstraßen- & Schifffahrtsvereins, in Linz.
Mit der Erweiterung der Europäischen Union am 1. Mai 2004 war Österreich mit einem Schlag von vielen neuen EU-Staaten umgeben. Die Osterweiterung ist also gerade für Österreich und für den Donauraum von großer Bedeutung. "Der Verkehr und Güterverkehr wird in der EU weiter wachsen. Dabei gelangen die beiden Landverkehrsträger Straße und Schiene in Europa zusehends an ihre Kapazitätsgrenzen, während die europäischen Wasserstraßen noch beachtliche Kapazitätsreserven aufweisen. Die Wasserstraße kann und muss daher einen größeren Beitrag zur Entlastung der Ost-West-Verkehrsachsen und des grenzüberschreitenden Güterverkehrs im Donauraum leisten", betonte Kukacka.
Der Ausbau der Binnenwasserstrassen ist ein europaweites Projekt, das auch über die Grenzen der heutigen EU hinaus geht. Die Europäische Kommission hat erst heuer mit dem NAIADES Aktionsprogramm ein Förderprogramm für die europäischen Binnenschifffahrt geschaffen. "Dieses wird unter österreichischem Vorsitz in Ratsarbeitsgruppen behandelt und am 9. Juni in Luxemburg am Verkehrsministerrat mit so genannten Schlussfolgerungen verabschiedet werden", so der Staatssekretär.
Dabei ist gerade die Binnenschifffahrt ein energiesparender, lärmarmer und umweltschonender Verkehrsträger. Ein Schubverband, darunter versteht man ein Motorschiff, das bis zu vier Güterschiffe schiebt, kann rund 3.700 t Ladung transportieren. Das sind ungefähr 93 Eisenbahnwaggons oder 148 LKWs. Das ergibt eine LKW-Kolonne von ca. 10 km Länge. "Das große Wirtschaftspotenzial des Donauraums lässt alleine im österreichischen Donaukorridor beinahe eine Verdoppelung des grenzüberschreitenden Transportaufkommens (auf allen Verkehrsträgern zusammen) von 54 Millionen Tonnen im Jahr 2000 auf knapp 100 Millionen im Jahr 2015 erwarten. Was das bedeutet, kann man täglich auf den Autobahnen und Bundesstraßen, die nach Osten oder Südosten führen, beobachten. Für Österreich bedeutet das, dass unsere heimische Wirtschaft durch entsprechende Nutzung der Donauschifffahrt jährlich 42 Mio. Euro an Transportkosten einsparen und damit auch ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern könnte", betont Kukacka.
Es gibt jedoch noch einige Engstellen, die eine durchgehende Befahrung mit voller Beladung unmöglich machen. In Österreich handelt es sich dabei vor allem um den Bereich östlich von Wien. "In einem flussbaulichen Gesamtprojekt, sollen flussbauliche Maßnahmen gesetzt werden, die sowohl die Notwendigkeiten für die Schifffahrt, als auch Schonung der Umwelt berücksichtigen und ganzjährige Fahrwassertiefen (Abladetiefe 2,5 m) sicherstellen. Ökologie und Ökonomie ziehen hier an einem Strang. Wir sind hier in Österreich auf einem sehr gutem Weg", so der Staatsekretär.
"Mit einer Flotte von 11.000 Schiffen und einer Kapazität, die jener von 10.000 Zügen oder 440.000 LKWs entspricht, kann der Verkehr in Europa durch die Binnenschifffahrt effizienter, zuverlässiger und umweltfreundlicher gestaltet werden. Mit dem Rhein, dem Rhein-Main-Donau-Kanal und der Donau sind die großen Nordseehäfen (Hamburg, Bremen, Rotterdam und Antwerpen) mit dem Schwarzem Meer verbunden. Europa ist heute von den Wasserstraßen durch ein blaues Band verbunden. Wir können es uns nicht leisten, dieses Potential nur unzureichend zu nutzen", schloss Kukacka.
Rückfragehinweis:
Staatssekretariat im BM für Verkehr, Innovation und Technologie
Walter Gröblinger, Pressesprecher
Tel.: +43 (01) 711 62 8803
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