Projektinhalt ist die Gewährleistung eines Hochwasserschutzes an der March für das HW100. Im Zuge des bereits abgeschlossenen UVP-Verfahrens waren vor allem folgende Bereiche intensiv zu behandeln:
- Neuerrichtung weiterer Grundwassermessstellen um im Zuge eines Monitorings der Grundwasserströme die geplanten Auswirkungen zu überprüfen. Die Sicherung des derzeitigen Wasserhaushalts und die Eingriffsminimierung bezüglich Austausch zwischen Grund- und Oberflächen-wasser waren zentrale Themen, um den Feuchtlebensraum zu erhalten.
- Berücksichtigung möglicher Nagetierschäden an den Dämmen, wobei vor allem der Umgang mit den Bibern der Region ein wichtiges Thema war. Diese Art steht einerseits unter Schutz, andererseits kann sie den Dämmen einen beträchtlichen Schaden zufügen.
- Beantwortung vieler Fragen der UVP-Gutachter mit den Schwerpunkten „Menschen und ihre Siedlungsräume“, „Natur- und Landschaftsschutz; Lebensräume, Tiere und Pflanzen“, „Forst, Landwirtschaft, Jagd und Fischerei“, „Boden, Wasser, Luft, Klima“ sowie „Sach- und Kulturgüter“.
- Die Auflagen des Bundesdenkmalamtes zur vorlaufenden Erkundung des Baufeldes wurden, in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt, sofort umgesetzt, um die geplanten Baumaßnahmen nicht zu behindern.
- Aufgrund des extremen Hochwassers vom April 2006, wo es zu Dammbrüchen in den oben genannten Abschnitten kam, war es erforderlich die Auswirkungen der Hochwasserschäden unter Hochdruck zu betrachten und ev. Auswirkungen auf die eingereichten Maßnahmen den UVP-Gutachtern darzulegen. Dies erfolgte unter hohem Einsatz aller am Verfahren Beteiligten um daraus keine Verzögerung zu erhalten. Letztendlich wurde trotz des enormen Zeitdrucks das UVP-Verfahren sogar beschleunigt abgewickelt.
- Die in der UVE und im UVP-Verfahren geforderten Auflagen hinsichtlich der Erlangung der Umweltverträglichkeit waren in die Ausschreibung der beiden Baulose einzuarbeiten, um so deren Umsetzung während der Errichtung sicherzustellen.
- Öffentlichkeitsarbeit zur Information der Bevölkerung; einer der Höhepunkt dieser Öffentlichkeitsarbeit war u.a. die öffentliche UVP-Verhandlung am 1. Juni 2006 in Angern.
Die Umweltverträglichkeit des eingereichten Projektes wurde unter Einhaltung von Auflagen seitens der Behörde bescheinigt. Der positive Bescheid wurde im Juni 2006 ausgestellt und erlangte im August 2006 die Rechtswirksamkeit. Die Auflagen bestehen vor allem aus Vorschlägen für eine umweltfreundliche Bauführung, die Berücksichtigung von Anrainerinteressen z.B. hinsichtlich der Lärmentwicklung und das Monitoring vor, während und nach der Errichtung als Kontrollinstrument. Diese Auflagen wurden bereits in die Ausschreibung der Bauleistungen aufgenommen bzw. sind in Umsetzung.
Während des Bauablaufs sind neben den erwähnten Auflagen des UVP-Bescheides folgende Bereiche und Abläufe zu beachten:
- Bis Ende Jänner 2007 sollen die bestehenden Dämme inkl. Filterkörper saniert und bis zu einem HW100 verteidigbar sein. Dies betrifft die Baulose Mannersdorf, Waidendorf, Dürnkrut und Jedenspeigen.
- Parallel dazu ist in Angern der Hochwasserschutz möglichst rasch zu errichten, da dort derzeit kein Damm o.ä. existiert. In Angern ist neben der Errichtung von Dämmen auch die Herstellung eines mobilen Hochwasserschutzes, die Errichtung von Stützmauern und aufgrund der Ortsnähe der Bau von Pumpwerken erforderlich.
- Die Dichtwände in den Dämmen werden nach den zu erwartenden Hochwässern im Frühjahr 2007 und in den sensiblen Bereichen nach der Brutzeit eingebracht. Durch die Wahl von Schmalwänden, ist die Herstellung auch bei erhöhtem Grundwasserstand problemlos möglich.
- Die Bauarbeiten in Stillfried erfolgen ebenfalls ab Juli 2007, wobei hier vor allem auf das angrenzende Naturschutzgebiet Rücksicht zu nehmen ist. Zusätzlich ist hier auch, unter Berücksichtigung besonderer Gefahrenmomente und terminlicher Abläufe, die Zusammenarbeit mit der unmittelbar angrenzenden ÖBB erforderlich.
- Bis Ende 2007 sind dann in allen Baulosen die Kronenhöhen auf das HW100 + 70 cm zu ergänzen und die Kronenausbildungen fertig zu stellen.
- Während des Bauablaufs sind Erschwernisse in Folge erhöhten Grundwassers bzw. Hochwassers, der Rücksichtnahme auf Belange des Naturschutzes sowie der Jagd-, Land- und Forstwirtschaft, der parallel durchzuführenden Grabungen des Bundesdenkmalamtes, des schlechten Dammzustandes nach dem Hochwasser 2006 und der Anrainerinteressen zu erwarten.
- Weiters sind noch aktuelle Ergebnisse von laufenden Forschungen z.B. zum Biberschutz in die Baumaßnahmen zu integrieren.
- Zur Information der Bevölkerung sind in Zusammenarbeit mit der TU Wien "Tage der offenen Baustelle" vorgesehen. Einsatzkräfte sind sowohl im Bauzustand als auch im Endzustand von den umgesetzten Maßnahmen zu informieren um im Katastrophenfall schnell reagieren und die Maßnahmen optimal nutzen zu können.